Donnerstag, 21. Januar 2016

diese woche alleinerziehend

der mann befindet sich im ausland, es läuft ein großer handballevent - mir schwante bereits böses.
gut, handball können wir diesmal nicht schauen, vorsorglich hat sich das gesamte fernsehprogramm aufgehängt und das seit tagen. wir können also auch nicht rüde unterbrochen werden. (ihr erinnert euch, stromausfall, spülmaschine, kühlschrank....)

den kühlschrank habe ich im auge und ein ernstes wort mit ihm gesprochen. ich habe ihm freundlich angedroht, ihm langsam und schmerzhaft die kabel einzeln rauszureißen, wenn er muckt. seitdem zuckt er zusammen, wenn ich die küche betrete, aber er kühlt vorbildlich.

während der kühlschrank also spurt, hat die spülmaschine vorgestern morgen selbstmord begangen. ok. sie war vollgepackt. in ordnung, dass sah nicht nett aus. ihre reaktion fand ich trotzdem übertrieben. 
ich meine auch beim handspülen jedes mal ein kleines, hämisches lachen des kühlschranks zu hören. wenn ich ihn anschaue, stellt er sich jedoch unwissend und unschuldig.

kind 1 geht zur bushaltestelle, kind 2 möchte gefahren werden. schlau wie ich bin, hatte ich abdeckungen auf den autofenstern , um weniger kratzen zu müssen (natürlich steht unser auto nicht in der garage, dort ist kein platz für das gefährt. da lagern die fahrräder, getränkekisten, blumentöpfe, autoreifen.... alles halt, was "mal eben" weggestellt wird und dann für jahre an diesem platz verweilt..... aber das ist ein anderes thema) hat auch von außen funktioniert. von innen war jedoch eis an den scheiben und zwar nicht zu knapp. ich hatte die nassen schlitten im kofferraum vergessen.....zumindest konnte ich keinem anderen die schuld in die schuhe schieben. schade eigentlich...

kratzen wärmt auf,der wagen wird gestartet, hektisches blinken im cockpit. ich glaube, mein kühlwasser will was von  mir. nur was?
betreten starre ich die anzeige an, zucke mit den schultern und fahre los. bis jetzt ist es gut gegangen. ignoranz als taktik funktioniert meistens nicht lange. mal schauen.

beim staubsaugen klingelt das telefon, eine englischsprechende dame will, dass ich ebenfalls englisch mit ihr spreche. ha, aber nicht mit mir. immer diese fake anrufe von angeblich ausländischen banken oder mikrosoft, das kommt mir gerade recht, um den frust eines dämlichen morgens gleich mal weiter leiten zu können. als ob ich auf so einen mist reinfalle. niemals! heftig und mit gepfefferter wortwahl würge ich die frau ab und beende stolz das gespräch, indem ich einfach mitten drin auflege. ja, ich weiß mich zu wehren.

selbstzufrieden staubsauge ich weiter und klopfe mir anerkennend auf die schulter. aber eigentlich hat die dame ein sehr schönes, perfektes englisch gesprochen und war kein schlecht sprechender inder, wie beim letzten mal, den man so gut wie gar nicht verstehen konnte. ich grübel noch ein wenig vor mich her, als mir auf einmal siedendheiß einfällt, dass die aupair agentur einer schülerin, für die ich ein empfehlungsschreiben aufgesetzt habe, sich telefonisch mit mir in verbindung setzen wollte - für ein englischsprachiges interview. (hiiiilfe.....!)

ich sach ma so, der tag konnte nur besser werden.

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abends hat sich dann der dvd rekorder verabschiedet, natürlich erst, nachdem er die cd aus der stadtbücherei gefressen hatte.
ich habe dann den ganzen medienschrank mit 300 kabeln unter den aufmunternden worten des großkotzigen 10jährigen ("lass mich das lieber machen") auseinandergenommen und wieder zusammengesetzt. 

ergebnis: noch mehr kabelsalat, eine abgebrochene abdeckung, hass auf kabelbinder und die erkenntnis, dass es auch dort unfassbar dreckig ist hinter dem schrank und noch immer kein strom beim dvd rekorder ankommt.

"ohne papa schaffen wir das nie!" tönte es von rechts zart an mein ohr und ich versuchte, mich mit einem gemurmelten "ohmmm" wieder ins gleichgewicht zu bringen. gut, er hat ganz offensichtlich recht, deshalb darf er das noch lange nicht aussprechen!

währenddessen schallt es von oben: "ich will keine vokabeln lernen, ich hab´ keinen bock dazu. ich mach das jetzt nicht!" völlig gelassen gebe ich brüllend die antwort, dass sie sich ihr pubertierendes gehabe sonst wo hinstecken könnte und sie dann halt nicht lernt und ne schlechte note schreibt. "nie willst du mir helfen, immer (!) schreist du mich an." die wendung des "gespächs" war verblüffend. ich grübelte noch darüber nach, wie sie den schlenker geschafft hatte, als der kleine fragte, ob er den rekorder aufschrauben sollte und sich, ohne die antwort anzuwarten, mit schraubenzieher auf den weg machte. 

ich konnte das schlimmste noch verhindern, habe die kinder unabhängig von der uhrzeit einfach ins bett gesteckt und bin zu einem fulminanten abendessen bei einer freundin gewesen. weils besser war, habe ich mich abholen lassen und den wagen nicht mehr angerührt.

seit zwei tagen läuft im haushalt alles wie geschmiert, dafür liegen beide kinder mit fieber im bett.

irgendwas ist immer.
 

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