Samstag, 23. August 2014

fortsetzung krankenhaus

eine stunde später. die kinder waren versorgt, ich wieder zurück zur klinik. 
männe lag in der stabilen seitenlage auf einer liege in irgendeinem raum der notaufnahme und verkündete mir, dass ich ihn noch anmelden müsste, damit er auch behandelt werden kann. und was wäre jetzt passiert, wenn ich nicht vorbei gekommen wäre oder erst drei stunden später?....

an der anmeldung war es voll. richtig voll, nicht nur so ein bisschen.

die dame vor mir lieferte ihre mutter ein, die irgendwann in grauer vorzeit am ohr operiert worden war. jetzt musste täglich der verband gewechselt werden. "das macht ja meine tochter, wissen sie, die hat sich dazu bereit erklärt,und das, obwohl sie gar keine zeit hat. und wenn was ist, sollen wir vorbei kommen, hat der doktor gesagt. aber jetzt ist da gar kein HNO mehr." (könnte daran liegen, dass es 18.30 uhr am mittwoch ist.)

"was hat ihre mutter denn?"
"ja ich sach ma so, es läuft so richtig, es strömt aus dem ohr."
"oh je, und seit wann?"
"seit heute morgen."

-pause-

bierernst antwortete die krankenschwester in der anmeldung: "herzlichen glückwunsch, sie haben also nur knapp 10h gebraucht, um die klinik zu finden."
das prallt ungehört an der dame ab. erleichtert antwortet sie: "sie meinen also auch, dass es besser ist, dass da mal einer drauf schaut? .... aber nicht, dass das jetzt so lange dauert hier."

danach kam eine frau mit selbstdiagnostiziertem hörsturz (seit gestern, aber sie muss jetzt zum arzt, meint auch ihr nachbar und der muss es wissen, der ist nämlich zahnarzt), ein junge mit splitter im fuß und dann komme ich. dachte ich. denn jetzt telefoniert die anmeldung erst einmal mit einem kollegen, dass sie morgen doch nicht arbeiten kann, da sie zum TÜV muss und sie erklärt ihm auch gleich ganz genau, was das auto alles hat. 

ich gehe mir erst einmal kaffe holen. 
der automat ist kaputt. natürlich.

gegen 22.00 waren wir dann wieder zu hause. auf dem röntgenbild war nichts zu sehen. männe bekommt schmerzmittel und ein paar aufmunternde worte mit auf dem weg und tschüß. 

draußen vor der klinik schaue ich mir meinen mann an, dann das auto, dann wieder meinen mann. 
ich konnte ihn nicht überzeugen, sich ins auto zu setzen. ich musste ihn seitwärts auf der rückbank liegend nach hause transportieren. kurzfristig sah es so aus, als ob er es vorzöge, mit einem kissen und einem kalten bier im auto zu nächtigen... ganz ehrlich, wie wir ihn da wieder heraus bekommen haben, weiß ich im nachhinein gar nicht mehr.

die gründlichere nachuntersuchung in der röhre hat ergeben, dass er doch einen bruch hat mit heftigen einblutungen und dass er sich den titel "doch kein simulant" hart erkämpft hat. der sessel im wohnzimmer wird wohl für längere zeit seine basisstation bleiben.

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in der zwischenzeit sind wir von den ereignissen des lebens (und des todes) eingeholt worden und haben auf schmerzliche art und weise erfahren, wie schnell sich das leben innerhalb von sekunden radikal und grundlegend ändern kann.

ich bin sehr froh, dass wir gemeinsam über seinen unfall lachen können!

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